Nachhaltigkeit F&A

Was bedeutet “Kreislaufwirtschaft“ für Kunststoff


Ressourcen und Abfall minimieren

  • Durch Material-Wiederverwendung
  • Mittels Recycling, statt Downcycling
  • Keine Deponierung, keine Verbrennung von Kunststoff

 

Wie das Ziel erreicht wird

  • EU-Regulationen für Kunststoff
  • Besteuerung
  • Produktgestaltung (z.B. Verpackung aus Mono-Kunststoff)

Was bedeutet “Kreislaufwirtschaft“ für pharmazeutische Blister

 

  • EU-Verordnung in Arbeit - Ausgang unklar
  • Haupthindernis ist die Aluminium/Kunststoff-Kombination des Pharmablisters
  • Potenzielles Risiko durch Reste von pharmazeutischen Produkten im Hinblick auf Blister-Recycling unklar
  • Benötigt ein separates Sammelsystem

Plan für die Zukunft


1. Aktuelles Recycling der Blister ist akzeptiert

  • Implementierung eines Sammelsystems und Erhöhung der Recyclingkapazität
     

2. Blister-Recycling wird nur mit Materialergebnis 1. Klasse (Monomaterial) akzeptiert

  • Aluminiumfolie muss durch ein Kunststoff-Deckelmaterial ersetzt werden (Herausforderungen: Temperaturbeständigkeit, Durchdrückbarkeit und Siegeleigenschaften)
     

3. Das Blister-Recycling erlaubt keine PVDC- und oder Aclar-Mehrschichtmaterialien

  • Alternative Barriere-Materialien

Definition von biobasierenden Kunststofffolien


Biokunststoffe oder biobasierte Kunststoffe werden teilweise oder vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen wie Pflanzenölen, Maisstärke, Stroh, Holzschnitzeln, Lebensmittelabfällen uvm. hergestellt. Die Idee ist, damit konventionelle Kunststofffolien zu ersetzen, die aus Petrochemikalien hergestellt werden.

Definition von biologisch abbaubaren Kunststofffolien


Biologisch abbaubare Kunststoffe können, aus nachwachsenden Rohstoffen oder Petrochemikalien hergestellt werden. Die Fähigkeit der biologischen Abbaubarkeit hängt dabei nicht vom Rohstoff ab. Man unterscheidet zwei Arten:

Heimkompostierbare Kunststoffe
sind in der Lage sich innerhalb der Umgebung eines heimischen Komposts auf natürliche Weise zu zersetzen.

Industriell kompostierbare Kunststoffe
sind nur unter speziellen Bedingungen in industriellen Kompostieranlagen zu verarbeiten.

Die grössten PVC-Vorteile

 

  • Seit Jahrzehnten im direkten Kontakt mit Arzneimitteln im Einsatz und daher am besten auf Wechselwirkungen mit dem Produkt untersuchter Kunststoff – Einsatz daher auch für kritische Pharmazeutika, wie z.B. Inhalativa, weit verbreitet
  • In Aluminium-Blistern als aufkaschierte PVC-Folie für den direkten Kontakt mit dem Produkt verwendet
  • Pharmaqualität durch weitreichende Tests der verschiedenen Pharmacopeia sichergestellt
  • Preiswert
  • Transparent
  • Breites Verarbeitungsspektrum – beste Verarbeitung auf Tiefziehmaschinen, bei gleichzeitig niedriger Verarbeitungstemperatur
  • Nach dem Aufheizvorgang hängt PVC nicht durch
  • Hohe Taktzeiten auf Tiefziehmaschinen da z.B. 50% weniger Heizenergie notwendig ist als für Polypropylen (aus dem gleichen Grund schnellere Abkühlung nach der Formung)
  • Sehr geringer Schrumpf im Werkzeug nach der Formung – Formstabilität
  • Bildet beim Stanzen keine Fasern
  • Etabliertes Trennverfahren für Aluminiumdeckelfolie und PVC-Blister zum sortenreinen Recycling im Einsatz

Die Welt ist besser ohne PVC

Als PVC in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts industrialisiert wurde, war es ein sehr willkommenes Produkt, um ein industrielles Nebenprodukt zu nutzen - Chlor. Chlor ist ein Produkt, das bei der Herstellung von Natronlauge anfällt, letztere ist eine notwendige Basischemikalie jeder entwickelten Industriegesellschaft. Bei der Produktion von 1000 kg Natronlauge fallen etwa 850 kg Chlor an.

 

Chemie hinter Natrolauge

In der Tat war es ein wesentlicher Schritt in eine nachhaltige Wirtschaft, indem man das Chlor nutzte, anstatt es in die Umwelt zu emittieren oder es für Barbarei wie den deutschen Gaskrieg im Ersten Weltkrieg zu missbrauchen.

 

Ohne PVC gäbe es immer das Problem, das anfallende Chlor loszuwerden.

 

Heute ist PVC aufgrund der vielfältigen Verarbeitungsmöglichkeiten und Eigenschaften einer der Werkstoffe mit den vielfältigsten Anwendungen. High-Tech-Anwendungen und Anwendungen im Gesundheitswesen kennen die Vorteile des Materials.

PVC-Polymer ist schädlich und verursacht Krebs

Das Polymer selbst ist nicht schädlich, wohl aber der Rohstoff, aus dem PVC hergestellt wird, das so genannte VCM (Vinylchloridmonomer).

 

Mitte des 20. Jahrhunderts, als sich das Bewusstsein in der chemischen Industrie gerade erst entwickelte, führte der unvorsichtige Umgang mit VCM in der Tat zu ausgewiesenen Todesfällen in der Industrie. Die Todesfälle waren noch vor der Kunststoffverarbeitung. Industrie und Gesetzgebung reagierten und installierten Sicherheitsprozesse und strenge Grenzwerte, vor allem im europäischen Raum.  PVC-Anlagen unterliegen der Seveso-III-Richtlinie und es gelten strenge VCM-Grenzwerte durch die EU-Gesetzgebung, das Europäische Arzneibuch aber auch die US-FDA und viele andere. Seit den 70er Jahren gibt es keine weiteren Berichte über Vorfälle und der Umgang mit dem Material kann als sicher angesehen werden.

Die Herstellung von PVC-Polymeren verwendet giftige Materialien wie Quecksilber

Der Schritt der PVC-Herstellung beinhaltet an einer Stelle die Elektrolyse von Natriumchlorid zu Chlor und Natronlauge. Über Jahrzehnte waren verschiedene Technologien im Einsatz, darunter die Membranelektrolyse und das quecksilberbasierte Amalgamverfahren. Mit der Abschaffung des letztgenannten Verfahrens in der Europäischen Union Ende 2017 wurde nicht nur das Quecksilber vernichtet, sondern auch der CO2-Fußabdruck von PVC im Allgemeinen um etwa 30 % Energie reduziert.

 

Tatsächlich wird auch das letztgenannte Verfahren wahrscheinlich langsam durch ein anderes, noch effektiveres «ODC»-Verfahren ersetzt.

PVC-Folie enthält schädliche Weichmacher (Phthalate etc.)

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass pharmazeutische Hart-PVC-Blisterverpackungen überhaupt keine Weichmacher verwenden. Außerdem wurde der Fade-Out Prozess der Phthalate in der Europäischen Union verfolgt, aber die Industrie verwendet diese Art von Produkten.

Heute wird es immer noch häufig mit PVC in Verbindung gebracht, hat aber mit unseren Verpackungsprodukten überhaupt nichts zu tun.

PVC-Folie enthält schädliche Stabilisatoren

Im Laufe der Jahrzehnte wurden für PVC je nach Anwendung unterschiedliche Stabilisatorkombinationen verwendet.

 

Für Anwendungen wie das Bauwesen wurde Cadmium schon vor langer Zeit ausgeblendet, und auch Blei wurde vollständig eliminiert. Für pharmazeutische Verpackungen hat unsere gemeinsame Industrie in der Vergangenheit den Dioctylzinn-Stabilisator eliminiert und durch weniger bedenkliche Stoffe ersetzt.

Bei der Verbrennung von PVC entsteht gefährliches Dioxin

Bei der Verbrennung von PVC kann Dioxin im Temperaturbereich zwischen 300°C und 900°C entstehen. Dioxin wird oberhalb von 900°C jedoch wieder zerstört.

 

Wenn die endgültige Entscheidung auf die Verbrennung von PVC fällt, ist klar, dass eine Hochtemperaturbehandlung >1000°C hilft, die Entstehung von Dioxin zu verhindern. In der Richtlinie über die Verbrennung von Abfällen regelt die Europäische Union die Verbrennungstemperaturen für ihre Mitglieder eindeutig so, dass Dioxin vermieden wird.

 

Noch wichtiger ist, dass Nachhaltigkeitsbestreben uns lehrt, wann immer es möglich ist, PVC-Produkte in Recyclingströme anstatt in die Verbrennung zu bringen. Die Europäische Kommission gibt den Weg vor, indem sie die Untersuchung eines gemeinsamen Erfassungssystems für medizinische Abfälle wünscht. Für PVC gibt es heute bereits sehr gute werkstoffliche Verwertungswege für Produkte mit langer Lebensdauer. Potenzielle Möglichkeiten können sich durch den Einsatz von Monomaterial-PVC-Blistern ergeben. Pharmazeutische Blisterverpackungen haben heute den großen Vorteil, dass sie zu >99% aus PVC/PVDC-Materialien bestehen, die einer Wiederverwendung zugeführt werden könnten.